„kulturschule Leipzig“ zeigt in der Waldschule Schwanewede das Theaterstück

   „No Escape“ über Cybermobbing - 15.11.2013

                 Seelenqual via Mausklick

Von Klaus Grunewald

Schwanewede. Nach einer repräsentativen Studie der Universität Münster sind 32 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland Opfer von Diffamierung, Belästigung und Nötigung mithilfe von Handy oder Computer. Mit ihrem Theaterstück „No Escape“ zeigt die „Kulturschule Leipzig“ die Gefahren von Cybermobbing auf. Jetzt gastierte das Ensemble in der Waldschule Schwanewede.

 

 © Christian Kosak

Setzen sich in ihrem Stück mit dem Thema Cybermobbing auseinander: das Leipziger Schauspielerpaar Daniela und Günther Frese.

Einen aktuellen Anlass für das Schwaneweder Gastspiel der Leipziger Theaterbühne hat es nach den Worten der stellvertretenden Schuldirektorin Kirsten Kudlik zwar nicht gegeben – aber Mobbing unter Schülern, zunehmend mithilfe elektronischer Medien, sei auch an der Waldschule ein permanentes Thema. Ein Thema, das von dem Schauspielerehepaar Daniela und Günther Frese altersgerecht als Theaterstück aufbereitet worden ist.

Für die Achtklässler geriet die Aufführung zu einer besonderen Herausforderung, wie sich an diesem Vormittag herausstellen sollte. Im Verlauf einer knappen Stunde schlüpften die beiden Protagonisten nämlich in zehn verschiedene Rollen, mit fließenden Übergängen. Das sorgte bisweilen für Verwirrung – der rote Faden der Geschichte war dennoch bis zum Ende zu erkennen.

Das Stück handelt von Kim, der nach einem Schulwechsel von Mitschülern gemobbt, um Geld erpresst und mit einem Messer bedroht wird, während der Schulleiter den Bundeswettbewerb „Gewaltfreie Schule“ mit ihm als Paradebeispiel gewinnen will.

Mit seinen Eltern kann Kim über seine Probleme nicht reden. Der Junge taucht immer tiefer in die virtuelle Welt ein, die ihm sein Smartphone bietet, auch seine Freundin kann ihm nicht helfen. Die verzwickte Lage eskaliert, als Kim den Ausbruch aus seinem Seelengefängnis versucht und seinen Peiniger mit dessen Messer bedroht. Schulverweis, Ende des Pilotprojekts.

Daniela und Günther Frese suchten nach ihrem Rollenspiel das Gespräch mit den Zuschauern – mit den Schülerinnen und Schülern also, die sich bestens mit der Handhabung der neuen Medien und der sozialen Netzwerke auskennen. Die sich aber über deren Gefahren oft erst bewusst werden, wenn sie wie Kim selbst zu Opfern des Cybermobbings geworden sind. Daniela Frese erzählte von einem Fall in den Niederlanden, der sogar tödliche Folgen hatte. Dort hatte eine Schülerin via Internet für 50 Euro einen „Killer“ beauftragt, ihre verhasste Rivalin umzubringen. Mit Erfolg.

„No Escape“ heißt „kein Entkommen“. Anders formuliert: Gerüchte und Boshaftigkeiten, entwürdigende oder gewalttätige Situationen, die – erzählt oder gefilmt – ins Internet gestellt wurden, sind für die Betroffenen stählerne Fesseln. Es gibt kein Entkommen, weil das Internet nichts vergisst.

An diesem Vormittag, nach der Vorstellung, warb das Schauspieler-Ehepaar aus Leipzig für einen verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit den elektronischen Medien. Ein Appell, mehr nicht. Die jungen Leute seien mit diesen Medien aufgewachsen und beherrschten die Handhabung wie im Schlaf, sagte Günther Frese. Deshalb müsse man sie immer wieder dafür sensibilisieren, welche zerstörerische Gewalt von Cybermobbing ausgehen könne. Cyber ist übrigens eine griechische Vorsilbe und bedeutet Steuerung, ist aber auch der Markenname des einst leistungsfähigsten Großcomputers und steht heute zudem für eine jugendkulturelle Modeströmung.

Am Abend vor ihrem Auftritt auf der Bühne in der Aula haben die Leipziger Schauspieler an einer Informationsrunde für Eltern der Klassen sechs, sieben und acht teilgenommen. Mit guter Resonanz, wie Kirsten Kudlik unterstrich. Sicher ein Beleg dafür, dass das Thema Cybermobbing Schüler, Eltern und Lehrer an der Waldschule gleichermaßen bewegt. Und dass es auch aus Sicht des Präventionsrates Schwanewede ein Dauerthema bleiben dürfte. Er hat das Gastspiel der „Kulturschule Leipzig“ bezuschusst.




IGS Hamm

Cybermobbing als              "Klassensport"

Die Schule hat wieder angefangen, und es werden die Ferienerlebnisse aufgearbeitet. Die geschieht häufig über das Internet. Und da fehlt es nicht an dem , was man als Cybermobbing bezeichnet. Die Kulturschule Leipzig war kürzlich an der IGS Hamm zu Gast, um mit dem Theaterstück "No Escape" die Problematik zu zeigen.


 

Das Stück "No Escape" zeigte auf, Cybermobbing gibt es überall. Foto: Diana Hedwig

Hamm. Kurz vor den Sommerferien waren Daniela und Günther Frese von der Kulturschule Leipzig für drei Tage zu Gast an der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Schule. Die beiden Schauspieler, die bundesweit mit ihrem Programm an Schulen auftreten, zeigten zur Problematik des „Cybermobbing“ das Theaterstück „No Escape“.

Mobbing ist in der Öffentlichkeit immer mehr zu einem wichtigen und aktuellen Thema geworden, bei dem Handlungsbedarf besteht, da nicht zuletzt die Zahl betroffener Kinder und Jugendlicher mit rund einem Drittel keine geringe ist. Was verbirgt sich nun hinter dem Begriff „Cybermobbing“? Er bezeichnet eine Form der Gewalt, bei der eine Person durch andere beleidigt, belästigt, bedroht oder bloßgestellt wird. Via Handy oder Internet werden in rasantem Tempo Nachrichten jeder Art – egal, ob wahr oder unwahr – gepostet und weiterverbreitet. Die Hemmschwelle ist dabei gering, da ein direktes Gegenüber fehlt. Besonders soziale Netzwerke, Chatrooms oder Videoportale werden hierfür genutzt. So können schnell Gerüchte und Lügen entstehen, die zur Ausgrenzung von Jugendlichen führen.

 

Um diese Problematik zu verdeutlichen, schlüpften Daniela und Günther Frese zu zweit in mehrere Rollen. Sie spielten die frei erfundene Geschichte von Kim, der nach einem Schulwechsel zum Spielball seiner neuen Mitschüler Nils und Farid wurde. Auch Ava, die auf Wunsch des Schulleiters das „Pilotprojekt Kim“ coachen sollte, stand immer mehr zwischen den Stühlen, und mit seinen Eltern konnte Kim über so etwas schon gar nicht reden.

 

Die beiden Darsteller präsentierten ein Bühnenspiel in altersgerechten Abwandlungen für alle Klassenstufen von 5 bis 10. Das Ende blieb offen und diente als Grundlage für die sich anschließenden Diskussionen, die an die jeweilige Schülergruppe angepasst waren. Dabei äußerten vor allem ältere Schüler/innen, dass sie die Realität des Cybermobbings für „noch krasser“ halten, als es das Theaterstück zeigte.

Um auch Eltern und Erziehungsberechtigten die Möglichkeit zur Information und zum Austausch über das Thema „Cybermobbing“ anbieten zu können, planten der Schulelternbeirat (SEB-Vorsitzender Lothar Peukert) und der Didaktische Koordinator der Schule (Thomas Finkeldey-Schmacke) in Zusammenarbeit mit der Kulturschule Leipzig einen Elternabend. Dank eines großzügigen Zuschusses des Fördervereins und einer weiteren Zuwendung von Seiten der IGS Hamm/Sieg fiel der Kostenbeitrag der Schüler/innen für den Besuch des Theaterstücks gering aus.

 

Mit „No Escape“ wollen Daniela und Günther Frese Kinder und Jugendliche für den sicheren Umgang mit neuen Medien und die Verantwortung jedes einzelnen beim Thema „Cybermobbing“ sensibilisieren. Eltern haben oft keinen Einblick, was ihre Kinder im Internet tun, deshalb muss die Wahrnehmung der jungen Nutzer für die eigene Verantwortung im Umgang mit neuen Medien geschärft werden. Genau das möchte die Kulturschule Leipzig mit ihrem Theaterstück erreichen, Aufmerksamkeit wecken und Mut machen, nicht wegzuschauen, denn „das Internet sind wir alle!“ (Diana Hedwig)

 
 
 
 

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