Voll?  Voll Daneben!

Alkohol ist immer noch die Droge Nr. 1

In Deutschland und in Europa herrscht ein recht sorgloser Umgang mit der Rauschdroge Alkohol!

Jedes Jahr trinken ca. 750000 Menschen in der Bundesrepublik das erste Mal Alkohol. Für ca. 10% kann dies der Beginn einer zweifelhaften Alkoholikerkarriere sein. Jugendalkoholismus findet man kaum in einer Statistik - spektakulärer sind die jugendlichen Drogenabhängigen - aber die meisten User illegaler Drogen haben zuvor Erfahrungen mit der Pulle gemacht.

Deutschland liegt beim Phänomen des riskanten Sturztrinkens mit den Niederlanden und Dänemark an der europäischen Spitze. Ziel der Suchtprävention ist auf jeden Fall einen adäquaten, risikoarmen Umgang mit Alkohol schon im Jugendalter zu erlernen.

Gerade die Pubertät ist eine schwierige Phase. Die Jugendlichen wollen sich vom Elternhaus lösen, haben aber in der Welt der Erwachsenen noch große Schwierigkeiten, sich zu behaupten. Die körperliche Entwicklung, der erste Liebeskummer, schulischer Leistungsdruck erschweren diese Zeit enorm.

 

Alkohol kommt in dieser Entwicklungszeit wie gerufen. Er schmeckt den jungen Erwachsenen zwar nicht unbedingt, wirkt aber enthemmend, entspannend und hilft dabei, sich über Verbote hinwegzusetzen. Der Alkohol lässt das mangelnde Selbstvertrauen vergessen und auch die Zukunftsängste werden lässig überspielt. In vielen Cliquen gilt Alkoholkonsum als Zeichen von Stärke, dadurch entsteht der Gruppenzwang mitzutrinken. Da immer wieder zu beobachten ist, dass Jugendliche Alkohol sehr problematisch und riskant konsumieren, erscheint es sinnvoll und notwendig, Aufklärung in diesem Bereich in einer neuen Art und Weise zu betreiben und auf die  Aspekte des Alkoholkonsums differenziert einzugehen.

Mit unserer Jugendtheaterproduktion wollen wir nicht als Moralapostel fungieren, sondern frühzeitig ein geschultes Bewusstsein zum Alkoholkonsum bei den Jugendlichen bewirken. Diesbezüglich haben wir mit Jugendlichen zusammengearbeitet, um ihre Gedanken und Denkanstöße in unserem Theaterstück zu berücksichtigen. 

Das Theaterstück

Es geht dabei um Maik, er hat begonnen, ab und zu Alkohol zu trinken. Erst auf Partys und zusammen mit Freunden, um „ein bisschen abzuschalten“, bald immer regelmäßiger auch alleine.

Er verschafft sich dadurch eine andere Realität, Minderwertigkeitsgefühle und Hemmungen werden so vergessen, zu Mädchen kommt er leichter in Kontakt. Aber seine schulischen Leistungen nehmen ab, er bekommt nicht mit, dass seine Freunde sich immer mehr von ihm distanzieren.

 

Als seine Freundin sich von ihm trennt,

verliert er die Kontrolle. Eine Therapie ist angesagt, doch dafür muss er selbst die Entscheidung treffen ...

Kritiken zum Stück

„Und? Wie fühlt sich das an, so ein Rausch?“ „Komisch!“ Das war die häufigste Antwort der Schülerinnen und Schüler.
 Denn im Anschluss hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, die „Rauschbrillen“ mit 0,8 und 1,3 Promille zu testen.  Die Durchführung einfacher Klatschspiele und Begrüßungsrituale sorgten für enorme Erheiterung.

—  Städtisches Gymnasium Herten, 2018